EuroWire , WIEN: Österreich wird im Jahr 2026 voraussichtlich rund 17,6 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investieren. Dies entspricht 3,34 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP), wie offizielle Daten vom 23. April zeigen. Damit bliebe Österreich unter den führenden Forschungsinvestoren der Europäischen Union und belegte hinsichtlich der Forschungsintensität den dritten Platz im Staatenbund, auch wenn der Wert leicht unter dem Vorjahresrekord liegt. Die Ausgaben werden voraussichtlich weiter steigen, was die Bedeutung der Forschungstätigkeit in der österreichischen Wirtschaft unterstreicht.

Die Schätzung für 2026 liegt leicht unter den 3,39 % von 2025 und entspricht dem Wert von 3,34 % aus dem Jahr 2024. Laut offiziellen Angaben spiegelt diese Veränderung stagnierende öffentliche Mittel und eine langsamere Steigerung der Forschungsfinanzierung durch Unternehmen im Vergleich zum nominalen Wirtschaftswachstum wider. Das bedeutet, dass die Forschungsausgaben zwar absolut gesehen weiterhin steigen, aber nicht schnell genug, um ihren Anteil am BIP über den Höchststand des Vorjahres zu heben. Die jüngste Schätzung beziffert die gesamten inländischen Forschungsausgaben auf 17,628 Milliarden Euro, gegenüber 17,389 Milliarden Euro im Jahr 2025.
Der langfristige Trend zeigt weiterhin deutlich nach oben. Die Forschungsintensität Österreichs lag 2006 bei 2,38 % und stieg bis 2016 auf 3,13 %. Damit setzte sich der Aufwärtstrend fort, der das Land seit über einem Jahrzehnt über dem EU-Richtwert von 3 % hält. Die neue Schätzung deutet zwar auf eine Abschwächung der Dynamik nach den jüngsten Zuwächsen hin, zeigt aber gleichzeitig, dass die Forschungsausgaben weiterhin auf einem historisch hohen Niveau verharren. Laut Statistik Austria wird Österreich mit dieser Quote im Jahr 2026 trotz des leichten Rückgangs im Vergleich zum Vorjahr eine führende Position innerhalb der EU einnehmen.
Der Finanzierungsmix in Österreich unterstreicht die Rolle der Wirtschaft
Österreichische Unternehmen werden voraussichtlich in diesem Jahr rund die Hälfte der gesamten Forschungsfinanzierung bereitstellen, etwa 8,9 Milliarden Euro. Dieser Anteil beinhaltet die Förderung durch die österreichische Forschungsprämie, die statistisch als Unternehmensfinanzierung erfasst wird. Die staatliche Förderung wird auf knapp 5,8 Milliarden Euro geschätzt, was etwa einem Drittel der Gesamtsumme entspricht. Davon kommen rund 4,8 Milliarden Euro vom Bund und etwa 770 Millionen Euro von den Ländern und Regionen. Weitere 2,9 Milliarden Euro bzw. 16 % werden voraussichtlich aus dem Ausland, vorwiegend durch multinationale Konzerne, bereitgestellt.
Der jüngste EU-weite Vergleich, der in der österreichischen Veröffentlichung angeführt wird, bezieht sich auf das Jahr 2024. Damals wiesen Schweden und Belgien eine höhere Forschungsintensität als Österreich auf. Laut Eurostat beliefen sich die gesamten Ausgaben für Forschung und Entwicklung in der Europäischen Union im Jahr 2024 auf 2,24 % des BIP. Damit lag Österreich deutlich über dem regionalen Durchschnitt. Der Vergleich unterstreicht zudem, wie weit Österreich im Vergleich zu einigen größeren Mitgliedstaaten, darunter Frankreich und Italien, hinsichtlich der Forschungsausgaben im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung vorn liegt. Dieser Vorsprung hat dazu beigetragen, dass Österreich trotz des sich verlangsamenden jährlichen Wachstums weiterhin zu den europäischen Spitzenreitern bei den Forschungsinvestitionen zählt.
Die Schätzungen deuten auf ein stetigeres Tempo hin.
Die genannte Kennzahl ist eine Schätzung und kein endgültiges Jahresergebnis. Die Berechnung basiert auf österreichischen Forschungs- und Entwicklungserhebungen sowie auf Haushalts- und Jahresabschlussdaten von Bund und Ländern, vorläufigen Innovationserhebungen und aktuellen Wirtschaftsindikatoren. Diese Methodik macht die jährliche Veröffentlichung zu einer ersten Orientierungshilfe für die Forschungsausgaben, bevor die vollständigen Ergebnisse vorliegen. Daher sollte die Zahl für 2026 eher als kurzfristiger Richtwert für die österreichischen Forschungsaktivitäten verstanden werden und nicht als endgültige Aussage zum Endergebnis.
Die Daten zeigen insgesamt eine Wirtschaft, die weiterhin einen großen Anteil ihrer Wirtschaftsleistung in die Forschung investiert, deren Dynamik nach Erreichen des Höchststandes im Jahr 2025 jedoch etwas nachgelassen hat. Die absoluten Ausgaben steigen weiterhin, die Wirtschaft bleibt der größte Geldgeber, und die öffentliche Finanzierung liegt nahe dem Vorjahresniveau. Mit einer geschätzten Forschungsintensität von 3,34 % wird Österreich das langjährige EU-Ziel von 3 % voraussichtlich das 13. Jahr in Folge deutlich übertreffen und damit eines der stärksten Forschungs- und Entwicklungsprofile der EU beibehalten.
Der Beitrag „Österreich will 2026 3,34 % des BIP für Forschung ausgeben“ erschien zuerst im British Messenger .
